PM: Thüringer Bündnis „Deine Stimme gegen Nazis“ veranstaltete Fachtag

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Eisenach. Am Samstag, den 15. März haben sich über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des Fachtags „Deine Stimme gegen Nazis“ mit Formen des Engagements gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die extreme Rechte in Thüringen auseinandergesetzt.

Eingeladen hatte das gleichnamige Bündnis, in welchem sich über 40 Thüringer Organisationen und Einzelpersonen zusammengeschlossen haben. Unter den Bündnispartner*innen befinden sich Gewerkschaften, kirchliche Organisationen, Bildungsträger, Jugendverbände und auch politische Stiftungen.

Eingangs berichtete Sandro Witt, der stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen den Teilnehmenden vom Protest gegen den zur gleichen Zeit in Kirchheim stattfindendenLandesparteitag der NPD und überbrachte von dort solidarische Grüße. Dabei betonte Witt, dass „Kirchheim gutes Beispiel dafür ist, wie Widerstand organisiert und mehrheitsfähig gemacht werden kann. Gleichzeitig führt Kirchheim sehr wohl vor Augen, wie alternativlos ein Verbot der NPD ist.“

Inhaltlichen Auftakt des Fachtags bildete ein Vortrag des antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrum Berlin „apabiz e.V.“ zu Protestmöglichkeiten gegen Nazis in Wahlkämpfen , in dessen Zentrum zahlreiche Aktionen von Bürger-Bündnissen aus anderen Ländern standen. In der anschließenden Diskussion zogen die Teilnehmenden eine Bilanz der bisherigen Aktivitäten des Thüringer Bündnisses.

„Die Debatte unter den Teilnehmenden des Fachtags hat klar herausgearbeitet, dass sich trotz staatlicher Programme an der Notwendigkeit des Engagements gegen die extreme Rechte nichts geändert hat. Neben aller öffentlicher Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement bleibt die Notwendigkeit des Einzelnen, aktiv zu werden. Ebenso wurde  herausgestellt, dass sich in Thüringen in den letzten Jahren sehr positive Veränderungen ergeben haben. Protestaufrufe gegen Rechts erreichen zunehmend bürgerliche Bevölkerungsgruppen, die sich noch vor Jahren einem Aktivwerden entzogen haben. Proteste sind damit in der Vergangenheit bunter und größer geworden, das ist ein positives Signal.“, fasst Kirsten Joachim Breuer für das Bündnis die Debatte zusammen.

In einem zweiten Teil des Fachtags arbeiteten die Teilnehmenden aktiv in Workshops zu den Themen: neuer Rechtspopulismus am Beispiel der „Alternative für Deutschland“ (AfD), Mobilisierung über neue Medien gegen Nazis, Protestformen und Aktionsstrategien gegen die NPD im Wahlkampf und zur Auseinandersetzung mit rassistischen Mobilisierungen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen.

„Mit den Workshops verbanden wir den Anspruch, nicht nur darüber zu reden, was sich ändern muss, sondern auch ganz klar aufzuzeigen, wie sich etwas konkret ändern kann. Die Befähigung zum Engagement vor Ort, ist ein zentrales Element unseres Fachtags gewesen.“, so Breuer.

In einem dritten Teil des Fachtags gingen die Teilnehmenden getreu dem Motto des Bündnisses in den öffentlichen Raum und erhoben dort bildgebend ihre Stimme. Gegen 15:00 Uhr zogen die Teilnehmenden auf den Eisenacher Marktplatz und präsentierten der Öffentlichkeit in übergroßen symbolischen Sprechblasen ihre Statements aus dem Fachtag. Sie wurden dabei von Bürgerinnen und Bürgern aus Eisenach und darüber hinaus unterstützt. „Mit der Aktion auf dem Eisenacher Marktplatz verband sich der konkrete Anspruch des Bündnisses, im öffentlichen Raum unausweichlich Position gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Gewalt gegen Menschen zu beziehen und  zu weitergehendem Engagement gegen NAzis  aufzufordern. Aus der Aktion heraus wurde mehr als deutlich, dass weder in Eisenach noch anderswo die Aktivitäten der extremen Rechten widerstandslos hingenommen werden.“ so Breuer abschließend.