Bundestagswahl 2013

Kandidatinnen und Kandidaten der NPD zur Bundestagswahl 2013

Patrick Wieschke

Listenplatz 1, Direktkandidat im Wahlkreis 190

Patrick Wieschke
Patrick Weber, Patrick Wieschke, Karsten Höhn;
Foto © Mobit e.V.

Patrick Wieschke sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Stadtrat Eisenach und ist dort Vorsitzender der NPD-Fraktion, welche als die einzige Fraktion der extremen Rechten in Thüringer Kommunalparlamenten sitzt. Inhaltlich versucht Wieschke auf parlamentarischer Ebene vor allem, sich mit „bürgernahen“ Themen wie Kinder- und Jugendpolitik kommunale Verankerung zu sichern und sich als „Stimme der Bevölkerung“ zu inszenieren.

Auf dem Landesparteitag der NPD am 12.05.2012 wurde er, als einziger Kandidat, zum neuen Landesvorsitzenden der NPD in Thüringen gewählt und löste damit den bisherigen Vorsitzenden Frank Schwerdt ab. Außerdem hat er das Amt des „Bundesorganisationsleiters“ im Parteipräsidium der Bundespartei inne. Des Weiteren fungiert der gelernte Tischler seit 2006 als Herausgeber des NPD-Zeitungsprojektes „Wartburgkreisbote“ und ist zudem zuständig für die Gesamtredaktion anderer NPD-Regionalzeitungen in Thüringen.

Der 32 -jährige führte in den 1990er Jahren die Eisenacher Sektion der Thüringer Neonazivereinigung „Thüringer Heimatschutz“ (THS) und musste bereits wegen der Anstiftung zu einem Sprengstoffanschlag auf einen Döner-Imbiss im August 2000 eine Haftstrafe antreten. Mit der Wahl des mehrfach verurteilten Patrick Wieschke zum Spitzendkandidaten zur Bundestagswahl 2013 und zum Landesvorsitzenden, zeigt sich ganz klar der Umgang und das Verhältnis der NPD zu Gewalt.


Thorsten Heise

Listenplatz 2, Direktkandidat im Wahlkreis 189

Thorsten Heise
Thorsten Heise; Foto © Mobit e.V.

Thorsten Heise sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Kreistag Eichsfeld, wo er als Einzelperson Anfragen, aber keine Anträge, stellen kann. Seit dem Landesparteitag 2012 ist er stellvertretender Vorsitzender der Thüringer NPD. Heise schreibt außerdem als Redakteur für die NPD-Zeitung „Eichsfeldstimme“.

Ab 1985 war er Mitglied der Freiheitlichen Deutschen Arbeiter Partei (FAP). Nach deren Verbot 1995 und seiner Haftentlassung 1997 wurde Heise Anführer der „Kameradschaft Northeim“ und trat 2004 in die NPD ein. Bis 2011 saß er als Beisitzer im NPD-Bundesvorstand und leitete das „Referat Freie Kameradschaften“.

Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker betreibt gemeinsam mit seiner Frau Nadine den extrem rechten „WB Versand“ („Witwe Bolte“-Versand), welcher zu den bedeutendsten in Thüringen zählt und ein lukratives Geschäft darstellt. Das Angebotsspektrum reicht von Szeneklamotten bis hin zu Tonträgern von Bands, die dem in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerk angehören oder nahe stehen. Außerdem ist er Veranstalter und Anmelder eine Rechtsrockveranstaltung im Eichsfeld, welche seit 2011 jedes Jahr mehrere hundert Neonazis nach Leinefelde lockt.

Der 43 -jährige ist wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch, Nötigung und Volksverhetzung sowie Verwendung verfassungswidriger Symbole mehrfach verurteilt . Insbesondere er gilt als Bindeglied zwischen Partei und oft gewaltbereiten „freien Kräften“ und fügt sich damit nahtlos in die Bemühungen der NPD in Thüringen ein, eine enge Verbindung zu radikalen Kräften zu pflegen.

Thorsten Heise besitzt ein Grundstück in Fretterode (Eichsfeld), welches als überregionaler Treffpunkt der radikalen Neonaziszene fungiert und unter anderem durch ein weithin sichtbares Keltenkreuz sowie ein SS- „Ehrenmal“ deutlich macht, dass Heise keinen Hehl aus seiner Gesinnung macht.


Gordon Richter

Listenplatz 3, Direktkandidat im Wahlkreis 194

Gordon Richter
Gordon Richter; Foto © Mobit e.V.

Gordon Richter sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Stadtrat Gera. Im Stadtrat verfügt Richter zusammen mit Frank Jahn über Gruppenstatus.
Richter ist Vorsitzender des NPD- Kreisverband Gera und wurde im Mai 2012 zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der NPD in Thüringen gewählt. Der gelernte Dachdecker ist nach eigenen Angaben als selbstständiger Unternehmer tätig und betreibt einen Schrotthandel in Gera.
Seit 2003 organisiert er in Gera eine Rechtsrockveranstaltung, welche inzwischen unter dem Namen „Rock für Deutschland“ läuft und kontinuierlich mehrere hundert Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet anlockt. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Kontinuität im Jahr 2009. Mit dem Auftritt von Michael „Lunikoff“ Regener, Ex– Sänger der verbotenen Neonaziband „Landser“ und Kultfigur der rechten Szene, gelang es den Veranstaltern, mehr als 4000 Anhänger_innen der rechten Szene nach Gera zu mobilisieren und dort nahezu ungestört zu feiern.
Richter, Jahrgang 1974, gilt als einer der Gründer der 1993/94 entstandenen „Kameradschaft Gera“ und als Angehöriger des „Thüringer Heimatschutz“ (THS) . Beim „Rock für Deutschland“ 2012 war ein großes Banner des „THS“ im Bühnenhintergrund deutlich sichtbar.
Gordon Richter fungiert in Gera regelmäßig als Anmelder von Aufmärschen und Kundgebungen und bekommt dabei stets auch Unterstützung aus dem Spektrum der gewaltbereiten „freien Kräfte“. Des Weiteren zeichnet sich Richter als Verantwortlicher für die NPD-Postille „Ostthüringen Bote“.


Tobias Kammler

Listenplatz 4, Direktkandidat im Wahlkreis 197

Tobias Kammler
Tobias Kammler; © Mobit e.V.

Tobias Kammler sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Kreistag Wartburgkreis. Zusammen mit Hendrik Heller besitzt er Gruppenstatus und bildet eine der aktivsten Gruppen der extremen Rechten in den Thüringer Parlamenten. Der 27- jährige ist hauptamtlich als Landesgeschäftsführer der NPD in Thüringen angestellt, und in dieser Tätigkeit auch im Landesvorstand vertreten. Außerdem hat Kammler den Posten des Pressesprechers im Vorstand inne und koordiniert das Thüringer Regionalzeitungsprojekt der NPD.
Tobias Kammler ist seit seiner Jugend in der Kameradschaftsszene in und um Bad Salzungen aktiv. Desweiteren trat er bereits während seines Studiums in Erfurt als Mitgründer und Vorstandsmitglied des extrem rechten ‚Kulturvereins‘ „Schöner leben in Erfurt e.V.“ , gemeinsam mit dem inzwischen als V-Mann enttarnten Kai-Uwe Trinkaus, in Erscheinung. Bei der „Gesellschaft für freie Publizistik“, der größten extrem Rechten ‚Kulturvereinigung‘ in Deutschland, war Kammler lange Zeit für den Arbeitskreis Westthüringen verantwortlich. Die Gesellschaft für freie Publizistik wurde 1960 von ehemaligen SS- Offizieren und NSDAP Funktionären zur „Bewahrung der Deutschen Kultur“ gegründet.


Jan Morgenroth

Listenplatz 5, Direktkandidat im Wahlkreis 193

Jan Morgenroth
Jan Morgenroth; Foto © Mobit e.V.

Jan Morgenroth sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Stadtrat Weimar. Im Bau- und Umweltausschuss verfügt der 38-jäührige über Antrags- und Rederecht, ist aber nicht stimmberechtigt. Er ist Vorsitzender des NPD- Kreisverband Weimar/Weimarer Land und wurde 2012 wiederholt in den Landesvorstand der Thüringer NPD gewählt, wo er für das Referat „Heimat und Identität“ zuständig ist.

Der gelernte Zahntechniker schnitt bei den Bürgermeisterwahlen in Blankenhain 2006 als NPD-Kandidat mit 6,2 Prozent ab.

In Thüringen taucht er seit Ende der 90er auf vielen Veranstaltungen der extremen Rechten auf und ist in der Szene aktiv.

 

 


Uwe Bäz-Dölle

Uwe Bäz-Dölle
Uwe Bäz-Dölle; Foto © Mobit e.V.

Listenplatz 6, Direktkandidat im Wahlkreis 196

Uwe Bäz-Dölle trat 1991 den Republikanern bei, bevor er 1994 Mitglied der extrem rechten Partei DVU wurde. Er sitzt seit 1999 für die DVU im Stadtrat von Lauscha, wo er bis heute Mitglied ist, und seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Kreistag von Sonneberg. Sein erlernter Beruf ist nach eigenen Angaben Stahlbauschlosser.
Bäz-Dölle, Jahrgang 1966, gilt in NPD Kreisen als exemplarisches Beispiel für die Bestrebungen nach kommunaler Akzeptanz und Verankerung der extrem Rechten, da es ihm gelang mit kontinuierlicher Arbeit in der Kommunalpolitik eine gewisse Akzeptanz zu erlangen.
Bäz- Dölle ist außerdem in der Kameradschaft Lauscha aktiv

 

 


Gaby Zellmann

Listenplatz 7

Gaby Zellmann
Gaby Zellmann; Foto © Mobit e.V.

Gaby Zellmann, Jahrgang 1961, ist nach eigenen Angaben von Beruf Mediatorin. Sie ist Gründungsmitglied sowie Beisitzerin im Vorstand des extrem rechten „Ring nationaler Frauen“, einer NPD- Unterorganisation für Frauen. Die Artikel und Äußerungen auf deren Homepage weisen deutlich auf ein ebenso menschenverachtendes Weltbild hin, wie es die „Mutterpartei“ vertritt. Die Schwerpunktthemen des RNF sind „Förderung deutscher Familie statt Zuwanderung“, „härtere Strafen für Sexualstraftäter“ und Schaffung einer „wahren Volksgemeinschaft“.
Zellmann ist zudem Beisitzerin im Vorstand des NPD – Kreisverbandes im Eichsfeld und ist gemeinsam mit Heise bei Kreistagssitzungen in Leinefelde anwesend. Auch an der von Heise organisierten neonazistischen Rechtsrock Veranstaltung in Leinefelde hat sie teilgenommen

 


Hendrik Heller

Listenplatz 8

Hendrik Heller
Hendrik Heller; Foto © Mobit e.V.

Hendrik Heller sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Kreistag Wartburgkreis, wo er gemeinsam mit Tobias Kammler Gruppenstatus besitzt und die aktivste Gruppe der extremen Rechten in Thüringer Parlamenten bildet. Er ist seit 2006 Vorsitzender des NPD-Kreisverband Wartburgkreis und als Schatzmeister Mitglied im Landesvorstand der NPD-Thüringen.
Seinen politischen Schwerpunkt verortet der Agraringenieur in der Naturschutz- und Agrarpolitik. Außerdem schreibt Heller als Redakteur für die NPD- Regionalzeitung „Der Wartburgkreisbote“.
Der 26- jährige ist seit seinen Jugendjahren in der rechten Szene aktiv, u.a. in der extrem rechten „Schlesischen Jugend“ sowie der „Kameradschaft Bad Salzungen“. Er pflegt gute Kontakte zu Patrick Wieschke und war mit diesem unter anderem im „Nationalen und sozialen Aktionsbündnis Westthüringen“ (NSAW) sowie dem „Thüringer Heimatschutz“ (THS) aktiv. Auf Kundgebungen und Aufmärschen der extremen Rechten tritt er regelmäßig als Redner auf.


Frank Neubert

Listenplatz 9

Frank Neubert
Frank Neubert; Foto © Mobit e.V.

Frank Neubert ist nach eigenen Angaben seit 2000 Mitglied der DVU und seit 2010 im Zuge der Parteienfusion NPD- Mitglied. Seit 2009 sitzt er, gemeinsam mit Uwe Bäz-Dölle im Kreistag des Landkreis Sonneberg.  Als Beruf gibt der gelernte Elektromonteur Einrichter an.
Neubert versucht seine kommunale Verankerung z.B. durch seine Tätigkeit beim HSV Neuhaus-Schierschnitz e.V. voran zu treiben.

 

 

 

 

 


Monique Möller

Listenplatz 10

Monique Möller
Monique Möller; Foto © Mobit e.V.

Monique Möller, Jahrgang 1982, ist seit 2010 im Vorstand der NPD im Unstrut – Hainich – Kreis aktiv und hat seit 2012 dessen Vorsitz inne. Außerdem ist sie seit 2012 als einzige Frau im Landesvorstand der Thüringer NPD vertreten, wo sie das Referat „ Ehe und Familie“ leitet. Auf der Kreisverbandsseite wurde im März 2013 ein Treffen zur Planung der Gründung einer Landesgruppe des „Ring Nationaler Frauen“ besprochen. Diese extrem rechte Frauen Unterorganisation der NPD bemüht sich bundesweit um einen Aufbau ihrer Strukturen. Hierfür verteilte Möller gemeinsam mit der NPD-Kandidatin Zellmann im Juni 2013 in Erfurt Rosen an Bürgerinnen.
Möller gibt als Beruf Hausfrau an und schreibt seit 2011 für die NPD- Regionalzeitung „Der Nordthüringenbote“.

 


Peter Pichl

Listenplatz 11

Peter Pichl
Peter Pichl; Foto © Mobit e.V.

Peter Pichl tritt nach 2009, wo er 2,9% der Stimmen im Wahlkreis 194 (Gera, Jena, Saale- Holzland – Kreis) erhielt, bereits zum 2. Mal für die NPD zur Bundestagswahl an. Der technische Assistent für Informatik ist außerdem im Kreisvorstand der Geraer NPD vertreten.
Pichl, Jahrgang 1980, ist seit seiner Jugend in der extrem rechten Szene aktiv und nahm unter anderem bereits an Aufmärschen von NPD und Thüringer Heimatschutz (THS) Anfang der 2000er teil. Der THS war die zentrale Vernetzung gewaltbereiter Neonazis in Thüringen und bildete die Basis für das Unterstützer_innennetzwerk des NSU.

 

 


Hans-Jürgen Graf

Listenplatz 12

Hans-Jürgen Graf
Hans-Jürgen Graf; Foto © Mobit e.V.

Hans-Jürgen Graf aus Georgenthal ist für die NPD im Kreisverband Gotha aktiv. Er ist nach eigenen Angaben Kfz- Mechaniker und schreibt als Redakteur für die NPD- Regionalpostille „Der Rennsteigbote“. Bei dem jährlich von Sebastian Reiche angemeldeten „Heldengedenken“ in Friedrichroda, bei dem deutsche Täter aus dem 2. Weltkrieg verehrt werden, trat Graf 2012 als Redner auf.

 

 

 

 


Ralf Friedrich

Listenplatz 13

Ralf Friedrich sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Kreistag Nordhausen und ist dort Vorsitzender der NPD-Gruppe. Die NPD-Gruppe kann Anträge und Anfragen stellen. Das Mandat erhielt er aufgrund des Verzichts von Marco Kreutzer und konnte somit als 3. auf der NPD-Liste nachrücken. Der gelernte Tiefbohrfacharbeiter ist zudem Stellvertreter des Kreisvorsitzenden Roy Elbert.

Ebenso schreibt Friedrich, Jahrgang 1966, als Redakteur für die NPD-Zeitungsprojekte „Der Nordthüringen Bote“ sowie „Faktum“ welche in den Kreisen Nordhausen, Unstrut-Hainich und Kyffhäuserkreis bzw. im Stadtgebiet von Nordhausen verteilt werden. Mit diesen Zeitungen versucht die NPD, nationalistische und rassistische Themen in gesellschaftsfähiger Form zu verbreiten.

 


Sebastian Reiche

Direktkandidat Wahlkreis 192

Sebastian Reiche
Sebastian Reiche; Foto © Mobit e.V.

Sebastian Reiche sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Kreistag Gotha. Seit 2006 ist er Vorsitzender des NPD-Kreisverband Gotha und ist im Landesvorstand der NPD-Thüringen für das „Referat Öffentlichkeitsarbeit“ zuständig.
Der Medienwissenschaftler ist mit seiner Marketingagentur „Leitbild Medien“ seit 2010 selbstständig. Dass das Unternehmen aus Landesmitteln gefördert wurde, und gleichzeitig unter anderem den Thüringer Landesverband der NPD als Kunden hat, sorgte 2011 für einen Skandal.
Reiche, Jahrgang 1982, war unter anderem im „Thüringer Heimatschutz (THS), der zentralen Neonazivernetzung in Thüringen, aus der unter anderem das Unterstützer_innennetzwerk des NSU hervorging, sowie dem „Aktionsbüro Thüringen aktiv und tritt seit 2003 auf zahlreichen Neonazi-Veranstaltungen als Anmelder und Organisator in Erscheinung. Nennenswert ist hier beispielsweise das zentrale „Heldengedenken“ im thüringischen Friedrichroda, bei dem in geschichtsrevisionistischer Manier Angehörigen von Wehrmacht und SS gedacht wird. Reiche fungiert hier seit einigen Jahren als Anmelder.
Er pflegt Kontakte zur Thüringer Kameradschaftsszene und betrieb sogenannte Anti-Antifa-Recherchen, indem er intensiv persönliche Daten von Nazigegner_innen sammelte und auswertete.
Gemeinsam mit dem inzwischen inhaftierten, und als NSU Unterstützer angeklagten Jenaer NPD-Funktionär Ralf Wohlleben war er unter anderem an der Organisation der Rechtsrockveranstaltung „Tag der nationalen Jugend“ maßgeblich beteiligt. Reiche ist Chefredakteur für das NPD-Zeitungsprojekt »Der Renntsteig Bote«, welchen er mit Mitgliedern des Nationalen Wiederstandes Gotha im Umkreis von Gotha verteilt


Patrick Weber

Direktkandidat Wahlkreis 191

Patrick Weber
Patrick Weber, Patrick Wieschke, Karsten Höhn;
Foto © Mobit e.V.

Patrick Weber, Jahrgang 1983, sitzt seit den Kommunalwahlen 2009 für die NPD im Kreistag Kyffhäuserkreis und im Stadtrat Sondershausen. Im Kreistag verfügt er, zusammen mit Steffen Herzog, über Gruppenstatus. Im Stadtrat sitzt er als Einzelperson.
Der gelernte Maler und Lackierer gibt an, seit seinem 14. Lebensjahr in der extrem rechten Szene aktiv zu sein.
Seit August 2008 ist er Vorsitzender des NPD- Kreisverband Kyffhäuserkreis. Außerdem sitzt Weber im Vorstand des Landesverbandes der Thüringer NPD, wo er als „Landesorganisationsleiter“ unter anderem für die „AG Wahlkampf“ und das Referat „Arbeit und Gerechtigkeit“ zuständig ist.

Seit 2004 betreibt Patrick Weber den „Germania-Versand“, welcher zu den bedeutendsten Neonaziversänden in Deutschland gehört, sowie inzwischen auch den „hate hate- Versand“. Über das hauseigene Musiklabel „immortal blood records“ veröffentlichte er bisher z.B. CDs neonazistischer Liedermacher.

Außerdem schreibt er als Redakteur für das NPD-Zeitungsprojekt »Der Nordthüringen Bote«, welcher in den Kreisen Nordhausen, Unstrut-Hainich und Kyffhäuserkreis verteilt wird und ist als Verantwortlicher im Impressum benannt.

Weber ist seit 2001 in der NPD aktiv, und tritt seit dessen regelmäßig als Organisator und Anmelder von Parteiveranstaltungen aber auch konspirativen Rechtsrockkonzerten auf. Unter anderen ist er der Initiator des Rechtsrock Open Airs „In Bewegung“, welches 2013 zum ersten Mal in Berga (Sachsen-Anhalt) stattfindet. Er gilt als eine wichtige Schnittstelle zwischen extrem rechter Jugend- Subkultur und Partei.


Kevin Schulhauser

Direktkandidat Wahlkreis 195

Kevin Schulhauser
Kevin Schulhauser; © Foto Mobit e.V.

Kevin Schulhauser aus Ronneburg, der erst Mitte Juli 2013 von der NPD als Kandidat für den Wahlkreis 195 gesetzt wurde und somit anstelle von Hartmut Balzke antritt, ist trotz seines jungen Alters seit Jahren in der neonazistischen Szene unterwegs. Zunächst war der 1989 Geborene ab 2007 in der „Division Ronneburg“ organisiert, danach folgte mit 19 Jahren die Kandidatur für das Wählerbündnis „Freie Aktion Ronneburg“, dessen extrem rechte Mitglieder zu den Kommunalwahlen 2009 in den Ronneburger Stadtrat einziehen wollten. Der kaufmännische Assistent für Betriebswirtschaft gibt an, bereits 2008 in die NPD eingetreten zu sein. Im Jahr 2009 tritt er zudem als Anmelder eines Aufmarsches in Ronneburg in Erscheinung, dessen Teilnehmer die Todesstrafe für Sexualstraftäter fordern.
Aktuell zeichnet er sich für das sog. „Nationale Bildungswerk Ronneburg“ verantwortlich, das als „offizieller Schulungspartner“ der NPD Thüringen mittels Vorträgen, Schulungen und Seminaren in Erscheinung tritt. Laut Selbstdarstellung sollen nationale Aktivisten im politischen Kampf unterstützt werden. Letztendlich verfolgen die Schulungsveranstaltungen das Ziel, die NPD kommunalpolitisch zu stärken. Erste Veranstaltungen fanden beispielsweise in Nordhausen und Schleusingen statt, während eine derartige Veranstaltung in Gera polizeilich verhindert wurde. Daneben ist Schulhauser Betreiber der Internetpräsenz des parteiungebundenen „Aktionsbündnis Totenehrung ist Herzenssache“, das einen sog. Trauermarsch in Gera durchgeführt hat und dabei geschichtsrevisionistisch und wehrmachtsverherrlichend in Erscheinung getreten ist. In diesem Jahr war er auf den drei neonazistischen Großevents – dem „Nationalen Kundgebungstag“ in Leinefelde, dem „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Kahla sowie dem „Rock für Deutschland“ in Gera – mit einem Infostand des „Nationalen Bildungswerk Ronneburg“ vertreten, in Leinefelde und in Gera stand er zudem als Redner auf der Bühne